Worauf Sie beim Yachtkauf achten sollten
Anders als beim Auto bedeutet ein Bootskauf eine Verpflichtung weit über den Kaufpreis hinaus. Klären Sie diese Punkte, bevor Sie unterschreiben.
1. Ein Gutachten ist Pflicht
Ein unabhängiger Gutachter lässt das Boot aus dem Wasser heben und beurteilt Rumpf, Motor, Elektrik und Sicherheitsausrüstung. Das Honorar liegt bei etwa 0,1 % des Kaufpreises und rechnet sich meist um ein Vielfaches.
2. Flagge, Registrierung und Belastungen
Prüfen Sie den Registereintrag, mögliche Pfandrechte oder Pfändungen sowie den Mehrwertsteuerstatus anhand der offiziellen Papiere. Bei ausländischer Flagge sind Einfuhrkosten ein eigener Posten.
3. Betriebsstunden und Wartungshistorie
Bei Schiffsdieseln sind 3.000–5.000 Stunden eine ernsthafte Überholungsschwelle. Verlangen Sie Wartungsbuch, Ölanalysen und Ersatzteilrechnungen.
4. Echte Betriebskosten
- Liegeplatz — je nach Region und Länge der größte Jahresposten
- Winterlager, Kranen und Antifouling
- Versicherung (Kasko und Haftpflicht)
- Treibstoff, Crew und planmäßige Wartung
Faustregel: Die jährlichen Betriebskosten liegen bei rund 10 % des Bootswerts.
5. Probefahrt
Motor kalt starten, volle Marschfahrt laufen, Ruder und Ankerwinde testen und die Generatorlast bei eingeschalteter Elektronik beobachten.
6. Verhandlungsspielraum
Ein Kauf am Saisonende (Oktober–November) begünstigt den Käufer. Die im Gutachten festgehaltenen Mängel sind Ihre konkrete Verhandlungsgrundlage.
7. Übertragung und Übergabe
Zahlung, Registerumschreibung und physische Übergabe sollten gleichzeitig erfolgen. Machen Sie die Anzahlung vom Gutachten abhängig: Fällt der Bericht schlecht aus, muss sie zurückerstattet werden.
